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10. Juni 2024Bei einem Verkehrsunfall zählt jede Sekunde – insbesondere, wenn die betroffene Person einen Helm trägt. Zu wissen, wie man einen Motorrad- oder Velohelm korrekt abnimmt, kann entscheidend sein und Leben retten. Dieser Artikel befasst sich mit den bewährten Vorgehensweisen und Vorsichtsmassnahmen bei der Helmabnahme in einer Notfallsituation – einer wichtigen Fähigkeit für Ersthelfende ebenso wie für anwesende Zeuginnen und Zeugen eines Unfalls.
Hintergrund und Bedeutung einer sicheren Helmabnahme
Bei einem Unfall mit einer velofahrenden oder motorradfahrenden Person muss der Helm vorsichtig abgenommen werden, um eine mögliche Verletzung der Halswirbelsäule oder ein Schädel-Hirn-Trauma nicht zu verschlimmern. Eine unsachgemässe Abnahme kann irreversible Schäden an der Wirbelsäule verursachen. Es ist entscheidend, die richtigen Handgriffe zu kennen: Kopf und Hals stabilisieren, wenn möglich zu zweit vorgehen und den Helm langsam abnehmen, während die Ausrichtung der Halswirbelsäule beibehalten wird. Nur eine angemessene Ausbildung gewährleistet ein sicheres Vorgehen.
Einschätzung der Situation und Vorbereitung
Vor jedem Eingreifen ist es entscheidend, die Sicherheit der Unfallstelle zu beurteilen, um die betroffene Person und die Ersthelfenden keinen weiteren Gefahren auszusetzen (Verkehr, Feuer, elektrische Leitungen). Überprüfen Sie danach den Bewusstseinszustand der betroffenen Person, indem Sie sie ansprechen und vorsichtig berühren. Ist die Person bei Bewusstsein, erklären Sie Ihre Absichten klar, bevor Sie handeln, um sie zu beruhigen und Stress zu reduzieren. Dies fördert die Zusammenarbeit und verhindert abrupte Bewegungen, durch die sich die Verletzungen verschlimmern könnten.
Techniken zur sicheren Helmabnahme
Die Abnahme eines Helms muss mit äusserster Vorsicht erfolgen, um eine mögliche Verletzung der Halswirbelsäule nicht zu verschlimmern. Idealerweise wird dieser Eingriff von zwei geschulten Personen durchgeführt.
- Stabilisierung von Kopf und Hals:
- Die erste Person positioniert sich hinter dem Kopf der betroffenen Person und stabilisiert Kopf und Hals, indem sie ihre Hände seitlich am Helm platziert. Sie hält die Ausrichtung der Halswirbelsäule während des gesamten Vorgehens aufrecht.
- Lösen des Kinnriemens:
- Die zweite Person öffnet vorsichtig den Kinnriemen oder schneidet ihn durch, falls er sich nur schwer lösen lässt, damit der Helm ohne zusätzliche Spannung abgenommen werden kann.
- Schrittweises Abnehmen des Helms:
- In perfekter Abstimmung greift die zweite Person den Helm an den Seiten und nimmt ihn langsam ab, indem sie ihn zunächst nach hinten und anschliessend nach oben bewegt.
- Die Person am Kopf passt ihren Griff an und stützt den Kopf weiter, sobald sich der Helm zu lösen beginnt.
- Beibehaltung der Stabilisierung der Halswirbelsäule:
- Nach der Helmabnahme muss der Kopf unbeweglich bleiben. Verwenden Sie seitliche Polsterungen (z. B. Kissen oder Stoffrollen), um den Kopf bis zum Eintreffen der Rettungskräfte ausgerichtet zu halten.
⚠️ Wenn Sie nicht dafür ausgebildet sind, nehmen Sie den Helm nur ab, wenn die betroffene Person nicht atmet und eine Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) erforderlich ist.
Vorsichtsmassnahmen und Kontraindikationen
Es gibt Situationen, in denen der Helm nicht sofort abgenommen werden sollte. Zeigt die betroffene Person Anzeichen einer Atemnot oder scheint die Helmabnahme mehr Schaden anrichten zu können, sollte vorzugsweise das Eintreffen professioneller medizinischer Hilfe abgewartet werden. Ersthelfende müssen auch die Möglichkeit von Verletzungen der Halswirbelsäule berücksichtigen und jede Bewegung vermeiden, durch die solche Verletzungen verschlimmert werden könnten.
Ausblick und Ausbildung
Obwohl dieser Artikel eine Einführung in die Vorgehensweisen zur Helmabnahme bietet, ist es unerlässlich, eine offizielle Ausbildung zu absolvieren. Diese Techniken sind ein fester Bestandteil der Ausbildung im IAS-1-Kurs und IAS 2, jedoch nicht Bestandteil der Ausbildung BLS-AED-SRC. Personen, die häufig Zeugen von Verkehrsunfällen werden, beispielsweise Velofahrerinnen und Velofahrer sowie Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer selbst, wird dringend empfohlen, eine Ausbildung zu absolvieren, damit sie im Bedarfsfall wirksam eingreifen können.
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